Kevin’s Anfälle

Kevin’s epileptische Anfälle und das Leben mit ihnen.

Die epileptischen Anfälle fingen ganz harmlos an, denn man konnte sie als Laie nicht mal als epileptische Anfälle sehen. Für uns sahen Sie aus wie ein ganz normaler Schluckauf, wie ihn jeder kennt und auch schon gehabt hat, der auch nicht lange dauert, ca. 1 Minute.

Mit der Zeit als Kevin gewachsen ist und älter wurde, wurden die Krampfanfälle immer schlimmer und unterschiedlicher von mal zu mal.
Er fing an die Beine und Arme nach vorn zu schmeißen und total steif zu werden. Diese Krampfanfälle dauerten dann auch schon etwas länger, so um die 4 Minuten, um die dann zu unterbrechen hatten wir ein Notfallmedikament, dass sich nannte Chloralhydrat. Dieses wurde anal eingeführt, so ähnlich wie ein Zäpfchen. Dann dauerte es nicht lange und der Anfall war unterbrochen und Kevin so erschöpft das er dann erstmal schlief.

Auch bei diesen Krampfanfällen blieb es nicht, sie änderten sich wieder. Er fing jetzt an, bei den Anfällen zu weinen und sie waren auch nicht mehr so schnell zu unterbrechen. Also brauchten wir ein anderes Notfallmedikament, das dann schneller wirkte. Dieses Medikament hieß Diazepam, dass wurde genauso angewendet wie das erste Notfallmedikament.

Kevin hatte dann wieder einen Wachstumsschub und damit änderten sich dann auch wieder die Anfälle und wurden schlimmer. Er gibt ganz komische Geräusche von sich und manchmal hört er dann auch auf zu atmen und wird ganz blau im Gesicht, Da bekommt man total die Panik, man fängt dann an ihn mit den Händen auf den Wangen zu tätscheln, so wie man es auch macht wenn man bewusstlos ist. Mittlerweile haben wir jetzt auch ein anderes Notfallmedikament, Rivotril heißt es und das ist in Tropfenform, wo man dann schneller reagieren kann. Mit diesem Medikament werden die Anfälle dann auch ganz schnell unterbrochen, aber er ist dann wie immer total erschöpft, so dass er dann wieder lange Erholungsphasen braucht.

Zwischen diesen großen Anfällen, die in der Woche mehrmals auftreten und das zu unterschiedlichsten Zeiten kommen dann noch die kleinen Anfälle, die so genannten Absencen.

Dadurch das die Anfälle zu unterschiedlichen Zeiten auftreten, so auch in der Nacht, schläft Kevin noch bei mir im Schlafzimmer, damit ich sofort reagieren kann. Mit dem Schlafen ist es deshalb auch immer so ein Problem weil ein Ohr immer bei Kevin ist.
Man kann Kevin nirgendwo alleine lassen, weil man immer damit rechnen muss, dass er krampft. Er merkt es nicht und kann demzufolge auch nicht reagieren von selbst.
Zu seiner Sicherheit hat er einen Schutzhelm, falls er doch mal hinfallen sollte und sich somit keine schweren Verletzungen zuzieht.